Patienten- Aufklärung zum Hautpeeling

Dieser Aufklärungsbogen dient der Vorbereitung des Aufklärungsgesprächs, Bitte lesen Sie ihn vor dem Gespräch aufmerksam durch und füllen Sie den Fragebogen gewissenhaft aus.

Hautalterung und Peeling:

Ihre Haut zeigt Falten, Narben oder eine stark ausgeprägte Verhornung, die Sie als störend empfinden und beseitigen lassen möchten.

Die menschliche Haut besteht im Wesentlichen aus drei Lagen: Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut. Die Oberhaut wiederum setzt sich aus mehreren Schichten zusammen. Aus der untersten Schicht (Keimschicht) heraus bilden sich immer wieder neue Hautzellen. Sie wandern zur Oberfläche, sterben dort ab und werden schließlich in Form von Hornschuppen abgestoßen. Solange sich Abstoßung und Neubildung der Hautzellen die Waage halten, bleibt die Dicke der Haut gleich.

Im Alter verdünnen sich alle drei Hautlagen. Dadurch nimmt die Hautspannung ab, die Haut erschlafft, und es bilden sich Falten. Wird aber die Haut starken Umwelteinflüssen wie z.B. Sonnenbestrahlungen ausgesetzt, kommt es – abhängig vom Hauttyp – zu einer mehr oder weniger starken Verdickung der obersten Hautschichten und zu Veränderungen des Erbmaterials in den Hautzellen. Eine gestörte und veränderte Verhornung der Haut (solare Keratose) ist die Folge. Langfristig begünstigt dies die Entstehung von Hauttumoren (z.B. Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom).

Fruchtsäuren und andere Säuren (z.B. Trichloressigsäure, Alpha-beta-Komplex, Phenol), die zum Hautpeeling verwendet werden, vermindern den Zusammenhalt der Hornhautzellen und erleichtern somit die Ablösung der Hautschuppen. Dies regt die Erneuerung der Haut an und erhöht die Feuchtigkeit in der Haut. Die Haut wirkt dadurch straffer, weicher und geschmeidiger. Beginnende Verhornungsstörungen (solare Keratose) können bei konsequenter Therapie beseitigt werden. Oberflächliche Aknenarben lassen sich durch ein Hautpeeling oft deutlich verbessern.

Kommen neben oder anstelle des Hautpeelings in Ihrem Fall andere Methoden ernsthaft in Betracht, z.B. eine Hautabschleifung (Dermabrasio), werden wir deren Vor- und Nachteile, unterschiedliche Risiken, Belastungen und Erfolgsaussichten mit Ihnen besprechen.

In den meisten Fällen werden die Behandlungskosten nicht von der Krankenkasse übernommen. Daher empfiehlt es sich, die Kostenfragen schon im Vorfeld zu klären.

Durchführung der Behandlung:

Das Hautpeeling wird in der Regel ohne Betäubung durchgeführt, lediglich bei einem sogenannten Full-Face-Peeling kann ein Dämmerschlaf sinnvoll sein. Über dieses Betäubungsverfahren, seine Risiken und Belastungen werden Sie gegebenenfalls gesondert aufgeklärt.

Das Hautpeeling besteht – abhängig von der verwendeten Säure – aus einer oder zwei Phasen:

  1. Phase (z.B. bei Peeling mit Fruchtsäure): Die Behandlung beginnt mit der häuslichen Anwendung von gering konzentrierten „Fruchtsäuren“ für 4-5 Wochen, zunächst 1 x täglich, später 2 x täglich. Bitte richten Sie sich genau nach den ärztlichen Anwendungshinweisen.

Wir werden Sie informieren, wenn die 1. Phase bei Ihnen entfällt.

  1. Phase: Sie besteht meist aus mehreren (3-5) „Peeling-Behandlungen“ durch den Arzt mit höher konzentrierten Säuren, die ähnlich einer Gesichtsmaske auf die Haut aufgetragen werden. Danach muss die Haut für 1 Woche mit einer speziellen Creme gepflegt werden. Die ärztliche Behandlung wird so lange fortgesetzt, bis das Behandlungsziel erreicht ist. Wir werden mit Ihnen besprechen, an welchen Stellen die Haut behandelt werden soll und welche Art der Peeling-Behandlung (Anwendung) bei Ihnen geplant ist.

Risiken und mögliche Komplikationen:

Trotz aller Sorgfalt kann es zu – u.U. auch lebensbedrohlichen – Komplikationen kommen, die weitere Behandlungsmaßnahmen / Operationen erfordnern. Die Häufigkeitsangaben sind eine allgemeine Einschätzung und sollen helfen, die Risiken untereinander zu gewichten. Sie entsprechen nicht den Definitionen für Nebenwirkungen in den Beipackzetteln von Medikamenten. Vorerkrankungen und individuelle Besonderheiten können die Häufigkeiten von Komplikationen wesentlich beeinflussen.

  • Gerade bei den ersten Anwendungen können Reizungen wie Hautrötung Hitzegefühl, Schuppenbildung, Brennen, Jucken und eventuell eine Verschorfung der obersten Hautschicht auftreten. Diese Reaktionen lassen in der Regel im Laufe der Zeit nach, da sich die Haut an das Peeling gewöhnt. In seltenen Fällen bildet sich die Hautrötung nicht vollständig zurück
  • Selten treten Haut- und Weichteilschäden (Absterben von Gewebe, Nerven- und Venenreizung) durch eventuelle Einspritzung auf.
  • Sehr selten kommt es zu leichten Schmerzen, Gefühlsstörungen, nässenden Wunden, verzögerter Wundheilung und Narbenbildung. Bei Wundheilungsstörungen oder entsprechender Veranlagerung können schmerzende und ästhetisch störende Narbenwucherungen mit Hautverfärbungen (Keloide) entstehen. Mit konservativen Maßnahmen (z.B. Salben, Kortisoneinspritzungen, Druckmassage), ausnahmsweise auch durch eine Korrekturoperation, kann versucht werden, solche Narben zu verbessern.
  • Sollte die Säure ins Auge gelangen, kann ein vorübergehender oder auch dauerhafter Augenschaden mit Einschränkung oder gar Verlust der Sehfähigkeit auftreten.
  • Weiterhin kann es zu einer Verdünnung der Haut sowie zu vorübergehenden, zum Teil auch bleibenden Pigmentverschiebungen (Über- oder Unterpigmentierung) kommen.
  • Bei Patienten mit entsprechender familiärer Vorgeschichte können bei einem Phenolpeeling in sehr seltenen Fällen Herzrhytmusstörungen auftreten.
  • Bei Allergie oder Überempfindlichkeit (z.B. gegen Medikamente, Betäubungsmittel, Desinfektionsmittel, Latex) können vorübergehend Schwellungen, Juckreiz, Niesen, Hautausschlag, Schwindel oder Erbrechen und ähnliche leichtere Reaktionen auftreten. Stärkere Reaktionen können zu einem akuten Kreislaufschock führen, der intensivmedizinische Maßnahmen erfordert. Sehr selten sind schwerwiegende, u.U. bleibende Schäden (z.B. Organversagen, Hirnschädigung, Lähmungen).
  • Selten kann als Folge des Hautpeelings ein Lippenherpes oder eine Gürtelrose einer Gesichtsregion auftreten.
  • Grundsätzlich gilt: Je aggressiver die verwendete Säure und je länger die Einwirkzeit auf die Haut sind, desto tiefer ist das Peeling mit den sntsprechenden guten Resultaten, desto größer sind aber auch Häufigkeit und Schwere der Nebenwirkungen. Sollte bei Ihnen ein sehr tiefes Peeling (z.B. mit Phenol) geplant sein, werden Sie hierüber gesondert informiert.

Erfolgsaussichten:

Ein zufriedenstellendes Ergebnis kann nicht garantiert werden. In Einzelfällen kann trotz sorgfältiger und korrekter Durchführung des Eingriffs das angestrebte Ergebnis verfehlt und der bestehende Zustand sogar verschlechtert werden.

Bitte unbedingt beachten | Sofern ärztlich nicht anders angeordnet!

Bitte informieren Sie uns, welche Medikamente – auch pflanzliche und rezeptfreie – Sie einnehmen. Der behandelnde Arzt wird dann entscheiden, ob und wann diese Medikamente abgesetzt bzw. durch ein anderes Mittel ersetzt werden müssen; dazu gehören insbesondere blutgerinnungshemmende Medikamente (z.B. Marcumar, Aspirin, Plavix, Iscover, Pradaxa, Xarelto, Eliquis etc.) und, bei Diakbetikern, metforminhaltige Medikamente.

Bitte legen Sie einschlägige Unterlagen wie z.B. Ausweise/Pässe (Allergie, Mutterschaft, Röntgen, Implantate etc.), Befunde und Bilder – soweit vorhanden – vor.

Bei Rauchern ist die Wundheilung verzögert, und die kosmetischen Ergebnisse können deutlich schlechter sein. Verzichten Sie daher möglichst schon 2 Wochen vor bis 4 Wochen nach dem geplanten Eingriff auf das Rauchen.

Auf keinen Fall dürfen Sie nach dem Hautpeeling an der schälenden Haut kratzen, sie abzupfen oder rubbeln. Bitte für mindestens 3 Monate nicht ohne den von uns empfohlenen Lichtschutzfaktor in die Sonne gehen.

Missachten Sie diese Empfehlungen, können Narben und/oder Pigmentverschiebungen in der Haut entstehen!

Bis die Wundheilung abgeschlossen ist, also keine Krustenbildung und kein Nässen mehr vorliegt:

  • Sport oder andere körperlich anstrengende Tätigkeiten (Sauna, Solarium) vermeiden.
  • Beim Haare waschen sollte kein Shampoo an die behandelten Stellen kommen.
  • Die behandelten Stellen nur mit der empfohlenen Seife reinigen und zum Trocknen sanft abtupfen. Der Wasserstrahl sollte beim Duschen nie direkt die behandelten Stellen treffen; lassen Sie das Wasser ablaufen.
  • Möglichst auf dem Rücken schalfen. Gesichtsbewegungen so wiet wir möglich vermeiden.
  • Während der Heilungsphase kein Make-up auflegen, sondern nur die ärztlich empholenen Hautpflegeprodukte verwenden.

In den Seltenen Fällen, in denen dieser Eingriff sowohl ambulant als auch unter Betäubung (z.B. Dämmerschlaf) erfolgt, lassen Sie sich bitte von einer erwachsenen Begleitperson abholen, da Ihr Reaktionsvermögen durch die Betäubungs- und/oder Schmerzmittel noch eingeschränkt sein kann. Wir werden Ihnen in deisem Fall mitteilen, ob und wenn ja, wie lange eine häusliche Betreuung erforderlich ist und wann Sie wieder aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, gefährliche Tätigkeiten ausführen oder an laufenden Maschinen arbeiten dürfen. Bis dahin sollten Sie dann auch keinen Alkohol trinken und keine wichtigen Entscheidungen treffen.