Patienten- Aufklärung zum Mikroneedling

Sie möchten störende Veränderungen Ihrer Haut mit dem sog. Microneedling behandeln lassen. Dieser Aufklärungsbogen dient der Vorbereitung des Aufklärungsgesprächs. Bitte lesen Sie ihn vor dem Gespräch aufmerksam durch, und füllen Sie den Fragebogen gewissenhaft aus.

Kostenübernahme:

In der Regel übernimmt die Krankenkasse/Krankenversicherung die Kosten der Behandlung und eventueller behandlungsbedürftiger Komplikationen nicht. Es empfiehlt sich daher, die Kostenfrage schon im Vorfeld mit Ihrem Arzt / Ihrer Kasse zu klären.

Durchführung der Behandlung:

Das Microneedling ist ein Verfahren, bei dem sehr viele kleinste Nadelstiche mit einer fest definierten Eindringtiefe in die Haut vorgenommen werden. Diese Nadeln sitzen entweder auf einer Nadelrolle (Dermaroller) oder auf einem Nadelstempel (mechanisch oder elektrisch). Die Nadeln werden nach einem festgelegten Muster über die Haut geführt und bis zu einigen hundert mal pro Quadratzentimeter in die Haut eingestochen. Diese Vielzahl von Einstichen, die bis zu 3 mm tief in die Haut eindringen, führen zu einer großen Anzahl von Mikroverletzungen. Dies soll ihre körpereigenen Reparaturmechanismen die Bildung des Eiweißes Kollagen in der Haut anregen (auch Rollagen Induktionstherapie genannt). Kollagen ist der Hauptbestandteil des Bindegewebes und mitverantwortlich für die Festigkeit und Elastizität der Haut. Außerdem ermöglicht dieses Verfahren, dass es gezielt und kontrolliert in bestimmten Hautschichten zu Schrumpfungen und damit zu Hautstraffungen kommt, wodurch sich kleinste Fältchen und Unebenheiten der Haut, aber auch kleine Vernarbungen (z.B. Aknenarben) verbessern lassen. Das Mikroneedling ist aber ein relativ neues Verfahren, zu dessen Risiken und Wirkungen noch wenig Langzeiterfahrungen und wissenschaftliche Studien vorliegen.

Einsatz des Mirkroneedlings sind insbesondere

  • das Verbessern von Falten/Fältchen und die Hautstraffung an der Stirn, Augenwinkeln (Krähenfüße), Ober-/Unterlippe (Fältchenlippe) und Wangen,
  • die Verjüngung von Haut („Antiaging“),
  • das Einebnen oberflächlicher Aknenarben,
  • die Verbesserung/Verkleinerung von Schwangerschaftsstreifen.

Bei kleinen Behandlungsarealen ist in der Regel keine Betäubung oder nur eine Oberflächenanästhesie (z.B. mit betäubender Creme) notwendig. Bei größerer Ausdehnung oder bei längeren Nadeln wir die Behandlung auch in örtlicher Betäubung, eventuell sogar verbunden mit einem Dämmerschlaf, durch zusätzliche Schmerz-/Beruhigungsmittel bzw. in einer Kurznarkose durchgeführt. Trotz örtlicher Betäubung können Sie ggf. schmerzhafte Einstiche verspüren. Über die Durchführung und spezifischen Risiken des Betäubungsverfahrens werden Sie gesondert aufgeklärt.

Nach der Behandlung können die behandelten Hautpartien anschwellen und sich rot verfärben. Man hat eventuell das Gefühl, dass die Haut „glüht“. Über die Stichkanäle sondert die Haut in den ersten Stunden Wundflüssigkeit ab. Um eine Krustenbildung zu vermeiden, empfehlen manche Behandler das Auflegen feuchter Kompressen. Oft wird das Verfahren mit speziellen Wirkstoffsalben kombiniert.

Um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen, wird bei der Faltenbehandlung nicht nur die einzelne Falte, sondern die gesamte entsprechende Region wie die Augen- oder die Mundpartie (die sog. ästhetische Einheit) symmetrisch auf beiden Seiten behandelt. Je nach Größe des behandelten Hautbezirks ist in einigen Fällen eine begleitende Behandlung mit Medikamenten (z.B. gegen Schmerzen) erforderlich.

Behandlungsalternativen:

Ein ähnlicher Effekt wie beim Microneedling kann durch spezielle Laserbehandlungen erreicht werden. Störende Hautveränderungen und Unregelmäßigkeiten der Hautoberfläche, insbesondere Falten und Narben, lassen sich aber auch durch Operationen (Facelifting, Ausschneiden von Narben, Hautstraffung, Hautverpflanzung), Hautpeeling, Hautabschleifen, Einspritzen von Gewebefüllern oder Botulinumtoxin behandeln. Über die Vor- und Nachteile der Verfahren, ihre unterschiedlichen Belastungen, Risiken und Erfolgschancen informiert Sie Ihr Arzt im Aufklärungsgespräch.

Risiken und mögliche Komplikationen:

In der Regel verläuft die Behandlung komplikationsarm und abgesehen von leichten Behandlungsschmerzen ohne größere Probleme. Die Häufigkeit und Schwere von Nebenwirkungen ist unter anderem von der Eindringtiefe der Nadeln und der Anzahl der Hauteinstiche abhängig.

Trotz aller Sorgfalt kann es zu – u.U. auch lebensbedrohlichen – Komplikationen kommen, die weitere Behandlungsmaßnahmen / Operationen erfordern. Die Häufigkeitsangaben sind eine allgemeine Einschätzung und sollen helfen, die Risiken untereinander zu gewichten. Sie entsprechen nicht den Definitionen für Nebenwirkungen in den Beipackzetteln von Medikamenten. Vor- und Begleiterkrankungen und individuelle Besonderheiten können die Häufigkeiten von Komplikationen wesentlich beeinflussen.

  • Wie bei einem Sonnenbrand kann es direkt nach der Behandlung für einige Tage zu einer starken Rötung der Haut, ggf. verbunden mit einer leichten Schorfbildung, kommen. Meist verliert sich die Rötung in den nächsten Wochen. Es kann aber auch neben der Krustenbildung für mehrere Tage zu Nässen und Entzündung der Haut kommen.
  • Nach der Behandlung sind vereinzelt Nachblutungen möglich, die jedoch durch Druckbehandlung oder Auftragen von Blutstillenden Medikamenten gut zu beherrschen sind.
  • In Abhängigkeit von der Größe des Behandlungsareals können nicht unerhebliche, eventuell auch länger (über Monate) anhaltende Schmerzen oder chronische Gefühlsstörungen auftreten.
  • Besteht eine Sonnenallergie (Lichtdermatose), kann es zu einer verstärkten Reaktion auf die Behandlung mit starker Schwellung und Rötung kommen, die sich in der Regel aber von selbst innerhalb weniger Tage zurückbildet.
  • Trotz sachgerechten Vorgehens treten gelegentlich Pigmentverschiebungen der Haut auf, d.h., die behandelten Hautareale verfärben sich – meistens nur vorübergehend, eventuell aber auch dauerhaft – hell oder dunkel. Je mehr Pigment in der Haut ist (dunkler Hauttyp oder Sonnenbräune), desto eher kann es zu einer Pigmentverschiebung kommen. Starke Lichtbelastungen der Haut (Sonne oder Solarium) erhöhen das Risiko von Pigmentverschiebungen erheblich.
  • Selten bilden sich vorübergehend Bläschen. Bei sehr empfindlicher Haut könnten sich leicht Krusten bilden, die in der Regel ohne Folgen abheilen. Es kann jedoch zu Wundheilungsstörungen und stärkeren oberflächlichen Verkrustungen oder Vernarbungen kommen. Deshalb kann sich bei bestimmten Hauttypen eine Problembehandlung in einem Hautareal empfehlen.
  • Langfristige Narbenbildungen sind meist nicht zu erwarten. In seltenen Fällen können jedoch, insbesondere nach einer Infektion, sichtbare Narben oder Hauteinziehungen dauerhaft verbleiben. Nach der Behandlung kann es langfristig zu kleinsten Talgansammlungen (Milien) unter der Haut kommen.
  • Entzündliche Hauterkrankungen wie Akne oder Herpes können durch die Behandlung aktiviert werden. Bei Neigung zu diesen Erkrankungen oder bei der Behandlung größerer Hautbezirke ist eine medikamentöse Begleitbehandlung erforderlich, um das Entzündungsrisiko zu minimieren. Darüber beraten wir Sie individuell.
  • Bei Allergien oder Überempfindlichkeit (z.B. auf Medikamente, Schmerz-, Betäubungs-, Desinfektionsmittel, Latex) können vorübergehend Schwellungen, Juckreiz, Niesen, Hautausschlag, Schwindel oder erbrechen und ähnliche leichtere Reaktionen auftreten. Eine Allergie kann zu einem akuten Kreislaufschock führen, der intensivmedizinische Maßnahmen erfordert. Sehr selten sind schwerwiegende, u.U. bleibende Schäden (z.B. Organversagen, Hirnschädigung, Lähmungen).

Bitte fragen Sie im Aufklärungsgespräch nach allem, was Ihnen unklar und wichtig erscheint.

Erfolgsaussichten:

In der Regel wird das Microneedling in etwa 3-monatigen Abständen wiederholt. Meist sind 3-5 Behandlungen notwendig, um ein optimales Resultat zu erzielen. In vielen Fällen können Falten oder Narben mehr oder weniger verbessert oder beseitigt und die Haut gestrafft werden. Ein befriedigendes Ergebnis ist aber nicht immer zu erreichen. Das Microneedling kann beliebig oft wiederholt werden. Behandlungen mit längeren Nadeln können bessere Resultate als mit Kurznadeln erzielen.

In Einzelfällen kann sich der bestehende Zustand auch verschlechtern, obwohl die Behandlung korrekt durchgeführt wurde. Bestehende Narben können nicht komplett entfernt, sondern meist nur ästhetisch unauffälliger gestaltet werden. Sind Falten durch eine ausgeprägte Mimik entstanden (z.B. Stirnrunzeln), werden diese mit der Zeit wieder auftreten. Sehr stark ausgeprägte Falten können mit der Needlingbehandlung eventuell abgeflacht werden. Abhängig vom Hauttyp und vom behandelten Bereich hält die Wirkung günstigenfalls mehrere Jahre an, in Einzelfällen allerding leider nur sehr viel kürzer. Bei starken Rauchern oder bei Menschen, die sich häufig der Sonne aussetzen, ist das Ergebnis im Allgemeinen weniger beständig.

Verhaltenshinweise:

Vor der Behandlung

Um die Gefahr einer Pigmentverschiebung zu minimieren, vermeiden Sie bitte übermäßige UV-Bestrahlung (Solarium/Sonnenbaden) für 4 Wochen vor der Behandlung oder verwenden Sie Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 oder höher.

Ist eine Narkose oder ein Dämmerschlaf vorgesehen, werden wir Sie gesondert über besondere Verfahrensweisen informieren.

Ihr Arzt wird Ihnen mitteilen, ob bei Ihnen eine Antibiotika- oder Herpesprophylaxe vorgesehen ist.

Bitte legen Sie einschlägige Unterlagen wie z.B. Ausweise/Pässe (Allergie, Mutterschaft, Implantate etc.) – soweit vorhanden – vor.

Während der Behandlung

Bitte melden Sie sich, falls Schmerzen oder andere Beschwerden auftreten.

Nach der Behandlung

Nach der Behandlung ist die Haut anfangs stark gerötet und muss gemäß der Empfehlung Ihres Arztes konsequent nachbehandelt werden.

Bitte verwenden Sie keine Kosmetika mit Duftstoffen in den ersten 2 Monaten nach der Behandlung.

Bitte tragen Sie mehrmals täglich eine neutrale Creme gemäß der Empfehlung Ihres Arztes (z.B. Cold Creme) auf.

Wenn die behandelten Areale nach Verschwinden der Krusten nur noch eine Reströtung aufweisen, kann mit einem hypoallergenen Make-up überschminkt werden.

Vermeiden Sie strikt Sonnenbestrahlung für die ersten 6-8 Wochen nach der Behandlung, um Pigmentverschiebungen zu verhindern. Ein Sonnenschutz für 3-6 Monate mit Lichtschutzfaktor 30 und höher ist dringend anzuraten.

Bei längeren andauernden Schmerzen setzen Sie sich bitte mit Ihrem behandelnden Arzt in Verbindung.

Wichtiger Hinweis:

Bei Rauchern ist der Wundbereich schlechter durchblutet, wodurch sich das Risiko von Wundheilungsstörungen deutlich erhöht. Verzichten Sie daher unbedingt auf das Rauchen für mindestens 4 Wochen nach der Behandlung

Falls der Eingriff ambulant unter Betäubungs- und/oder Schmerzmitteln durchgeführt wird, teilen wir Ihnen mit, ob Sie von einer erwachsenen Begleitperson abgeholt werden müssen, da Ihr Reaktionsvermögen durch diese Medikamente eingeschränkt werden kann. Wir werden Ihnen auch mitteilen, wann Sie wieder aktiv am Straßenverkehr teilnehmen und gefährliche Tätigkeiten aufnehmen können. Sie sollten in dieser Zeit auch keinen Alkohol trinken und keine wichtigen Entscheidungen treffen.